Stippl: "Immer ist es wichtig, dass Menschen miteinander reden."
„Immer ist es wichtig, dass Menschen miteinander reden.“ Mit diesen Worten bringt BHW Ehrenmitglied Dr. Johann Stippl die langjährige Arbeit des Bildungs- und Heimatwerk Niederösterreich auf den Punkt und damit auch das, worum es heute noch geht.
Bildungs- und Kulturarbeit verbindet viele Themen
Auf der Hauptregionskonferenz im Industrieviertel zeigen die Bildungswerke, wie vielfältig und nachhaltig Kultur- und Bildungsarbeit gelebt wird. So etwa bei Edith Tippel und dem BHW Bucklige Welt, das als größte Fairtrade-Region Niederösterreichs einen besonderen Schwerpunkt auf Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung legt. Hier wird Bildung unmittelbar mit Verantwortung für die Zukunft verbunden. Dass Bildungswerke weit mehr leisten als reine Wissensvermittlung, betonte auch Ingrid Haiden. Sie schilderte, wie sie und ihr Team die Gemeindezusammenlegung von Wöllersdorf und Steinabrückl aktiv begleitet haben. „Ohne Bildung und ohne Kultur ist eine Gemeinde tot!“, stellte sie klar. Besonders freut sie, dass Menschen auch aus weiter entfernten Gemeinden die Angebote nutzen – ein starkes Zeichen für die Qualität und Relevanz der Arbeit vor Ort.
Gemeinsam blickten Landesvorsitzende Bettina Rausch-Amon und Hauptregionsvorsitzender Christian Hoffmann auf die Gründerjahre des Bildungs- und Heimatwerks im Jahr 1946 zurück. In einer Zeit großer Unsicherheit stellten sich die Menschen existenzielle Fragen: Wie kommen wir durch den Alltag? Wie bauen wir unser Leben wieder auf? Wie lernen wir, mit einer neuen Zeit umzugehen?
Die Antwort darauf war die Gründung eines Heimatwerkes – als Ort des Lernens, der Orientierung und des Miteinanders, um Wissen für Landwirtschaft und Haushalt zu vermitteln, um Halt in einer verunsicherten Gesellschaft zu geben, um Gemeinschaft dort zu schaffen, wo vieles zerbrochen war. "Heimat war damals kein romantischer Begriff. Heimat bedeutete: Wir lassen niemanden allein", betont Bettina Rausch-Amon.
BHW Bildungsangebote im Wandel der Zeit
80 Jahre später ist das BhW Niederösterreich kein Museum der Bildungsgeschichte, sondern ein hochaktueller Bildungsakteur. Heute begleitet das BHW Menschen mit vielfältigen Angeboten:
• Basisbildung – Lesen, Schreiben, Rechnen und digitale Alltagskompetenzen, kostenlos und individuell begleitet;
• Medien- und Informationskompetenz für einen sicheren Umgang mit der digitalen Welt;
• Bildungs- und Berufsberatung zur Orientierung und Neuorientierung im Leben;
• Community Education, die Bildung nachhaltig in Gemeinden verankert;
• „Zeit Punkt Lesen“, das Kindern Freude am Lesen vermittelt und wichtige Grundlagen schafft.
Vor allem aber findet Bildung dort statt, wo Menschen leben, in über 70 Bildungswerken, in mehr als 90 Gemeinden, getragen von knapp 500 Ehrenamtlichen. Hier entstehen Vorträge, Gespräche, Workshops und Begegnungen – lebendige Räume des Austauschs und des gemeinsamen Lernens. Die Hauptregionskonferenz im Industrieviertel zeigt eindrucksvoll: Bildung verbindet, stärkt Gemeinschaft und gestaltet Zukunft – damals wie heute.




