Rausch-Amon: "80 Jahre nehmen wir als Versprechen Menschen auch weiterhin gut zu begleiten"

Bei der Hauptregionskonferenz des Bildungs- und Heimatwerks Niederösterreich (BHW) kamen kürzlich Vertreterinnen und Vertreter aus dem Mostviertel und der Region NÖ Mitte zusammen, um Bilanz zu ziehen und einen Blick in die Zukunft der regionalen Bildungsarbeit zu werfen. Im Mittelpunkt stand dabei das 80-jährige Bestehen des BHW – ein Jubiläum, das nicht nur Anlass zur Rückschau, sondern vor allem zur Weiterentwicklung gibt.

„80 Jahre Bildungs- und Heimatwerk Niederösterreich nehmen wir als Versprechen auch Menschen weiterhin gut zu begleiten: Wir sehen Erwachsenenbildung als gemeinschaftsbildendes und demokratiestärkendes Angebot in den Regionen“, betonte Bettina Rausch-Amon eingangs. Damit unterstrich sie die zentrale Rolle, die niederschwellige Bildungsangebote für den gesellschaftlichen Zusammenhalt spielen. Auch die Hauptregionsverantwortlichen Franz Raab und Johannes Trümmel teilen diese Sichtweise. In beiden Regionen – dem Mostviertel und NÖ Mitte – sind die Bildungswerke mit einem breiten Spektrum an Veranstaltungen aktiv und erreichen damit unterschiedlichste Zielgruppen. Von kulturellen Initiativen über Gesundheitsangebote bis hin zu gesellschaftspolitischen Themen reicht das Portfolio, das vor allem eines verfolgt: Menschen zusammenzubringen und den Austausch zu fördern.

Wie vielfältig die Wege sind, Menschen für Bildungsangebote zu gewinnen, zeigte auch Marianne Wipp aus Sieghartskirchen. Sie setzt gezielt auf Präsenz im öffentlichen Raum: „Um viele Menschen zu erreichen, sind wir die Strategie gefahren, dass wir oft einen Stand mit dem BHW auf Kreativ-Messen hatten. Da bringe ich unsere Angebote unter die Leute.“ Diese direkte Ansprache ermögliche es, neue Interessierte niederschwellig für Bildungsangebote zu begeistern.

Wie diese Arbeit konkret vor Ort aussieht, schilderte Isolde Hinteregger-Schnabel aus St. Anton. Sie setzt auf eine enge Verbindung zwischen Bildungsarbeit und Gemeindeleben: „Wir haben mit kleineren Angeboten begonnen, um für viele Menschen das richtige Thema zu finden. In meiner Funktion als Bildungsgemeinderätin ist es mir wichtig, dass man die Ehrenamtlichen in den Gemeinden hört und gut unterstützt.“ Gerade dieses Engagement auf lokaler Ebene sei entscheidend für den nachhaltigen Erfolg der Bildungsarbeit.

Einen Blick auf die Entwicklung über mehrere Jahrzehnte warf Cornelia Wagner-Sturm vom BHW Aschbach-Markt. Für sie ist es besonders wichtig, auch jüngere Generationen für Bildungsangebote zu begeistern: „Uns ist es wichtig, dass wir junge Menschen ansprechen. So planen wir eine bunte Mischung von Pub-Quiz über Weinseminar bis hin zu ernsteren Themen wie einen Vortrag zum Erbrecht.“ Diese Vielfalt sei ein Schlüssel, um unterschiedliche Interessen abzudecken und neue Zielgruppen zu erreichen.

Eine langjährige Perspektive auf das BHW brachte auch Martin Peter ein, der das BHW seit den 1990er-Jahren begleitet und aktuell als Fachbereichsleiter für Wirtschaft und Gesellschaft aktiv ist. Er betonte die Beständigkeit der Bildungsarbeit über Jahrzehnte hinweg: „Ich habe miterlebt, wie sich auch in schweren Zeiten der Bildungsgedanke gehalten hat.“ Für ihn ist klar, dass gerade diese Kontinuität ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Arbeit in den Regionen ist.

Die Hauptregionskonferenz machte deutlich: Die Erwachsenenbildung im Mostviertel und in NÖ Mitte ist lebendig, vielfältig und nah an den Menschen. Mit dem 80-jährigen Jubiläum im Rücken blickt das BHW entschlossen nach vorne – mit dem klaren Ziel, auch in Zukunft Räume für Begegnung, Lernen und gesellschaftlichen Dialog zu schaffen.