Hogl: Bildung als Kraftquelle für den ländlichen Raum

Mit einem klaren Bekenntnis zur Bedeutung der Bildungsarbeit im ländlichen Raum dankte Richard Hogl den Ehrenamtlichen im Bildungs- und Heimatwerks Niederösterreich (BHW): „Das Bildungs- und Heimatwerk brauchen wir auch für die Zukunft. Danke für die wertvolle Arbeit der Ehrenamtlichen im ländlichen Raum“, betonte Hogl. In seinen Grußworten spannte er den Bogen zurück ins Jahr 1946. Damals, so erinnerte er, sei die Welt nach den Kriegsjahren aus den Fugen geraten gewesen. Gerade in dieser schwierigen Zeit hätten Menschen den Mut gehabt, Bildungswerke zu gründen und damit ein starkes Zeichen für Zusammenhalt, Entwicklung und Hoffnung zu setzen. „Man sieht, was für eine Kraft im Menschen steckt“, so Hogl.

Landesvorsitzende Bettina Rausch-Amon unterstrich in ihren Ausführungen die zentrale Rolle der Erwachsenenbildung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Niederösterreich. Gerade in Zeiten großer Veränderungen brauche es Orte der Begegnung, des Dialogs und des gemeinsamen Lernens. Sie hob hervor, dass das Bildungs- und Heimatwerk im Weinviertel seit Jahrzehnten genau diesen Raum schafft und Menschen in den Gemeinden miteinander verbindet. Besonders würdigte sie das Engagement der vielen Ehrenamtlichen, die mit Ideenreichtum und persönlichem Einsatz Bildungsangebote direkt vor Ort ermöglichen und damit wesentlich zur Lebensqualität im ländlichen Raum beitragen.

Ein besonderer Schwerpunkt der Konferenz lag auf der Würdigung jener Menschen, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für Bildung und Gemeinschaft einsetzen. Unter ihnen wurde auch Margit Weinmeyer geehrt, die als erste einen BHW-Verein gegründet hat. Für sie ist Bildung vor allem dann wirksam, wenn sie direkt im Lebensumfeld der Menschen stattfindet. Ein zentrales Anliegen ist ihr daher, Themen in ihrer Heimatgemeinde Paasdorf sichtbar und erlebbar zu machen. „Viele Frauen wussten nicht, dass es einen Frauentag gibt. Deshalb sind unsere Bildungsspaziergänge in der Gemeinde zu Pandemie-Zeiten entstanden und haben sich bis heute weiterentwickelt“, berichtete Weinmeyer. Was einst als kreative Antwort auf die Einschränkungen während der Pandemie begann, ist heute ein lebendiges Format der Erwachsenenbildung. Aktuell beschäftigen sich die Spaziergänge mit neu zugezogenen Menschen und der Frage, was diese an Erfahrungen, Geschichten und kulturellen Impulsen in die Gemeinde mitbringen.

Auch Heinz Fleckl, der als Hauptregionsvorsitzender im Weinviertel über viele Jahre hinweg maßgebliche strukturelle Arbeit geleistet hat, sprach über seine Motivation. Mit sichtbarem Stolz blickte er auf zahlreiche Projekte zurück, die mithilfe der Bildungswerke umgesetzt werden konnten. Sein Engagement habe wesentlich dazu beigetragen, Bildungsangebote in der Region nachhaltig zu stärken.

Seit vielen Jahrzehnten in der Region Korneuburg aktiv ist Gertrude Meitz, die mit ihrer Leidenschaft für Bildungsarbeit zahlreiche Initiativen angestoßen hat. „Man kann das am besten tun, was man am liebsten tut“, sagte sie. Getragen von diesem Grundsatz organisierte sie gemeinsam mit vielen Mitstreiterinnen und Mitstreitern ein breites Spektrum an Angeboten – von digitalen Kursen für Seniorinnen und Senioren über Veranstaltungen zum Thema Sexualität in der Elternbildung bis hin zu Wien-Führungen.

Ein besonderes Anliegen ist auch Eva Brunnhuber aus Hochleithen die Weitergabe von Traditionen und regionaler Identität. Als Bildungsgemeinderätin baute sie gezielt ein Netzwerk in ihrer Gemeinde auf. „Ziel war es, die Menschen in der Gemeinde zu verankern. Viele fahren nach Wien arbeiten. Aber wir wollen die kleine ländliche Gemeinde bleiben und mit den Leuten erfahren, wo wir herkommen“, erklärte sie.

Die Hauptregionskonferenz machte einmal mehr deutlich, wie wichtig Bildungsarbeit für das gesellschaftliche Leben im Weinviertel ist – als Brücke zwischen Generationen, als Ort des Austauschs und als Fundament für eine lebendige Zukunft im ländlichen Raum.