Die BHWs im Waldviertel leben von Ideen und Engagement

„Wenn Menschen aus so unterschiedlichen Gemeinden, mit verschiedensten Interessen und Erfahrungen zusammenkommen, dann zeigt das, welchen Stellenwert Erwachsenenbildung in unserer Region hat“,, betonte Josef Schaden, Vorstandsmitglied und Hauptregionsverantwortlicher im Waldviertel bei der Hauptregionskonferenz des Bildungs- und Heimatwerks im Kunsthaus Horn. Anlass war das 80-jährige Jubiläum des Bildungs- und Heimatwerks Niederösterreich, das musikalisch vom Bezirkslehrerchor feierlich begleitet wurde. 

Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig die Bildungsarbeit in den Gemeinden des Waldviertels geworden ist. Die Bildungswerke orientieren sich dabei bewusst an den Interessen und Herausforderungen der Bevölkerung vor Ort. Das Angebot reicht von Elternbildung über digitale Kompetenzen und Demenzbegleitung bis hin zu Seniorenbildung sowie Kursen, in denen Kunst und Handwerk ausprobiert werden können.

Als eine der ersten im Waldviertel etablierte Renate Biedermann gemeinsam mit ihrer Nachbargemeinde ein Bildungswerk für zwei Gemeinden. „Schnell ist bei uns die Idee entstanden, dass wir das gemeinsam machen. Lange hatten wir keinen Raum in der Gemeinde, jetzt sind wir aber mit vielen Veranstaltungen voll dabei. Es ist angenehm sich auszutauschen, denn jeder hat andere Ideen“, schilderte sie ihre BHW Arbeit für Eggern und Eisgarn. 

Auch Nicole Nosek setzt auf Gemeinschaft und Zusammenarbeit. In St. Bernhard-Frauenhofen wurde gleich ein Team aus sieben engagierten Frauen gegründet. „Da kommen ganz viele Ideen zusammen. Wir fragen uns immer: Was braucht es in unserer Gemeinde, welche Herausforderungen gibt es? Oder wie wir zum Beispiel mehr Männer in Bildungsveranstaltungen bekommen", erzählte Nossek. Im BHW St. Bernhard-Frauenhofen etablierte sie dann eine Veranstaltung zum Thema Ahnenforschung. 

Für Cornelia Weiß stehen regionale Schwerpunkte im Mittelpunkt der Bildungsarbeit. „In Zeiten wie diesen, wo man mit vielen Themen überschwemmt wird, ist es oft nicht einfach, auf unsere Angebote aufmerksam zu machen. Wir bespielen alle Kanäle, damit die Leute von uns erfahren. Einen Schwerpunkt wollen wir bei psychischer Gesundheit setzen. Und worauf wir uns auch schon freuen, ist ein Trachtenbasar, gleich mit einer Schneiderin vor Ort, die auch Änderungen vornehmen kann“, sagte Weiß.

Sabine Neunteufl, stellvertetende Landesvorsitzende, fasste zusammen, wofür das BHW im Waldviertel seit Jahrzehnten steht: „Wir versuchen Menschen zusammenzubringen und werden das auch so weiter tun. Wir haben eine gute Unterstützung in den Bezirken und freuen uns, dass wir immer viel voneinander lernen können.“

Mit Blick auf die Zukunft unterstrich BHW Landesvorsitzende Bettina Rausch-Amon die gesellschaftliche Bedeutung der Erwachsenenbildung: „80 Jahre Bildungs- und Heimatwerk Niederösterreich nehmen wir als Versprechen, auch weiterhin Menschen gut zu begleiten: Wir sehen Erwachsenenbildung als gemeinschaftsbildendes und demokratiestärkendes Angebot in den Regionen.“