BHW Paasdorf: Bildungsabende zwischen Geschichte, Reisen und globalen Perspektiven

Das BHW Paasdorf gestaltete eine besonders vielseitige Reihe an Bildungsabenden, die eindrucksvoll zeigte, wie lebendig, niederschwellig und gemeinschaftsstiftend Erwachsenenbildung im ländlichen Raum sein kann. Drei Veranstaltungen verbanden regionale Geschichte, persönliche Reiseerfahrungen und interkulturelles Lernen zu einem abwechslungsreichen Bildungsangebot für die Bevölkerung.

Den Auftakt bildete der Vortrag von Michael Sklensky aus Mistelbach mit dem Titel „Paasdorf – 7.500 Jahre Geschichte unter unseren Füßen“. In anschaulicher Weise vermittelte er historische Grundkenntnisse zur Entwicklung des Ortes – von der Jungsteinzeit bis in die Gegenwart. Anhand archäologischer Funde, historischer Strukturen und überlieferter Ereignisse wurde deutlich, wie stark frühere Lebensweisen, Herrschaftsverhältnisse und kirchliche Einrichtungen das heutige Ortsbild geprägt haben. Der Vortrag leistete einen wichtigen Beitrag zur historisch-politischen Bildung und stärkte das Bewusstsein für regionale Identität und kulturelles Erbe.

Am 9. Jänner stand mit dem Reisebericht „4.000 Kilometer Abenteuer – mit dem Wohnmobil durch Polen“ der informelle Wissenserwerb durch persönliche Erfahrungen im Mittelpunkt. Familie Nekham führte das Publikum durch mehrere polnische Städte – darunter Hirschberg, Breslau, Posen, Danzig und Łódź – und vermittelte dabei Einblicke in Geschichte, Kultur, Landschaften und gesellschaftliche Besonderheiten des Landes. Bildmaterial und persönliche Erzählungen förderten das interkulturelle Verständnis, regten zur Auseinandersetzung mit europäischen Nachbarländern an und erweiterten den Horizont der Teilnehmenden.

Den Abschluss der Reihe bildete am 16. Jänner der Vortrag „Peru – mehr als nur Machu Picchu“ von Familie Hainka/Werner aus Thomasl. Die Bildungsreise führte von der Küste bis in die Hochlagen der Anden auf fast 5.000 Meter Seehöhe. Neben beeindruckenden Landschaften standen auch die Geschichte indigener Kulturen, gesellschaftliche Gegensätze und eindrucksvolle Begegnungen im Fokus. Der Vortrag bot vielfältige Impulse zur globalen Bildung, zur Reflexion kultureller Vielfalt und zu sozialen Fragestellungen jenseits des europäischen Raums.

Die Veranstaltungsreihe im Weingut Nekham verdeutlichte einmal mehr den Bildungsauftrag der BhW-Ortsstellen: Lernen wird dort möglich, wo Wissen geteilt, Erfahrungen reflektiert und Dialoge gefördert werden. Die persönliche Begeisterung der Vortragenden trug maßgeblich zu einer offenen Lernatmosphäre bei, in der Austausch und Gemeinschaft im Vordergrund standen.

Abgerundet wurden die Abende durch eine herzliche Bewirtung mit regionalen Produkten: Weine und Traubensaft vom Weingut Nekham, Brot von Familie Pretz sowie liebevoll zubereitete Aufstriche des BHW-Teams unterstrichen den regionalen Bezug und den gemeinschaftlichen Charakter der Bildungsarbeit vor Ort.